Schweden - Österreich 1:4

Dienstag, 8. September 2015

Bei der vergangen WM Qualifikation war nach dem Gastspiel in Schweden der Traum der Qualifikation vorüber gewesen, dass dies diesmal nicht der Fall sein würde war bereits vor der Partie klar. Eine Niederlage wäre kein Drama gewesen. Aber Österreichs Mannschaft trat ganz anders auf.


Beide Teams begannen etwas abwartend, dann begünstigte der verdiente Elfmeter in der Anfangsphase Österreich. Alaba verwandelte staubtrocken und Österreich führte mit 1:0. Schweden zeigte sich nicht geschockt und spielte unbeeindruckt weiter und kontrollierte die Partie. Österreich stand bis zum 16er gut überwanden die Schweden diese Hürde war Österreichs Defensive jedoch ziemlich ungeordnet und anfällig. Der Ausgleich lag in der Luft. Aber Almer hielt sehr gut am heutigen Tag. Und es schien als würde er der Abwehr mit jeder Parade mehr Sicherheit geben, mit jeder Minute stand die Defensive sicherer. Österreich kam nach ca. 30 Minuten besser ins Spiel und traute sich wieder mehr zu, davor war meist über links angegriffen worden, aber fast jeder Angriff blieb in der schwedischen Abwehr hängen. Ein paar gute Angriffe lösten die Blockade und das gewohnt gute Offensivspiel kehrte zurück. Kurz vor der Pause setzte Harnik nach einer schönen Kopfballverlängerung von Janko mit dem 2:0 die erste Qualifikation für eine EM in Griffweite.


Nach der Pause machten die Schweden gezwungenermaßen auf und was folgte war vermutlich Österreichs beste Leistung der letzten Jahre. Kollers Team hielt dagegen kombinierte sicher und schnell und nutze die Räume. Es entstand ein offener Schlagabtausch bei dem Österreich das bessere Team war. Die zentralen Abwehrspieler Dragovic und Prödl spielten staubtrocken und Alaba und vor allem der sehr spielfreudige Arnautovic rissen die Schweden immer wieder auf. Es folgten die verdienten Treffer zum 3:0 und 4:0. Almer sicherte mit ein paar sehr guten Paraden den Vorsprung. Erst in der Schlussphase ließ man Ibrahimovic allein und er bedankte sich mit dem 1:4.


Nichts desto trotz agierte Österreich heute extrem abgebrüht und bissig. Man nutzte den Platz der sich bot und war sicher im herausspielen und schnell im Umschalten. Am Ende steht die fixe Qualifikation für Frankreich und die Tatsache weiter ungeschlagen zu sein in dieser Qualifikation.
Dieses Team hat sich mit der heutigen Partie eindrucksvoll und hoch verdient für die Endrunde qualifiziert und man darf dem Team durchaus auch einiges zutrauen.


Die Spieler in der Einzelkritik.


Almer: Herausragende Leistung, bot großartige Paraden und hatte großen Anteil, dass sein Team befreit aufspielen konnte


Klein: agierte heute eher unauffällig und wurde vor allem in Hälfte zwei viel in die Defensive gedrängt, blieb in der Defensive solide


Prödl: im Gegensatz zur Moldawien Partie agierte er heute unglaublich abgebrüht und war ein Turm in der Schlacht


Dragovic: zeigte seine Klasse bei großartigen Tacklings und sicherem Stellungsspiel


Fuchs: arbeitete viel und ging wie immer oft mit nach vorne


Baumgartlinger: machte heute weniger im Spiel nach vorne, räumte aber großartig vor der Abwehr auf


Alaba: agierte sehr spielfreudig, war immer anspielbar und eröffnete sehr oft Österreichs Angriffe


Harnik: aus dem Spiel weniger gefährlich, jedoch vor dem Tor heute oft zu finden und mit 2 Treffern maßgeblich am Sieg beteiligt


Arnautovic: War sehr spielfreudig, hielt oft den Ball, brachte Ruhe ins Spiel und setzte vor allem in der 2. Hälfte viele Akzente


Junuzovic: Sehr laufstark und ordnend für Österreichs Spiel - zog die Fäden im Mittelfeld.


Janko: Arbeitete sehr viel, war immer anspielbar. Bereitete den Treffer zum 2:0 vor und steuerte selbst einen Treffer bei.

Vorschau Schweden - Österreich

Montag, 7. September 2015

Gegen Schweden kann Österreich frei aufspielen - bei einer Niederlage ist nichts passiert - den einen verbleibenden Punkt, den Österreich zur Qualifikation benötigt muss man nicht in Schweden holen.

Die Vorraussetzungen auf einen Punktgewinn in Schweden stehen insgesamt nicht so gut. Einige Stammkräfte fehlen (Hinteregger) oder sind leicht angeschlagen (Dragovic, Arnautovic) bzw. nicht in Form (Harnik). Dennoch die Tatsache befreit aufspielen zu können ist natürlich positiv. Auch könnte eine verletzungsbedingte Absenz von Ibrahimovic den Schweden einiges ihrer Gefährlichkeit nehmen.

Im Hinspiel hat die österreichische Defensivarbeit über weite Strecken verhindert, dass Schweden ins Spiel kam, offensiv hatte Österreich gefällig agiert.
Schweden steht nach der Niederlage gegen Russland unter Druck und muss auf Sieg spielen. Eine Tatsache die Österreich Raum geben sollte. Ein aggressives Gegenpressing ist gerade gegen Schweden ein hervorragendes Mittel um den Spielaufbau zu stören, Schweden wird viel Risiko nehmen. Es bleibt abzuwarten wie Österreich unter Druck agiert, ein Gegner der mitspielt liegt Österreich auf jeden Fall mehr als Gegner die nur destruktiv agieren - wie z.B. Moldawien.


Österreich - Moldawien 1:0

Sonntag, 6. September 2015

Österreich siegte im heutigen Spiel gegen Moldawien knapp mit 1:0 und erfüllte damit die wichtige Pflichtaufgabe um den Weg nach Frankreich langsam aber sicher zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. Nachdem Russland im Duell mit Schweden mit 1:0 siegreich blieb konnten heute noch keine Sektkorken im Ernst-Happel-Stadion knallen und Österreich ist noch nicht fix qualifiziert.

Das Ergebnis ist durchaus erfreulich - das Match war es über weite Strecken nicht. Moldawien agierte erwartungsgemäß defensiv sehr gut organisiert und destruktiv in der Spielanlage. Geschickt wurden Zentrum und Flanken zugestellt und eine massive Menschenmauer in der eigenen Hälfte aufgerichtet. Nach vorne taten die Gäste, bis auf die Schlussphase kaum etwas.
Doch trotz der defensiven Ausrichtung wußte Österreichs Mannschaft meist nur recht wenig gefährliches aus dem Ballbesitz zu erzeugen. Die sonst spielgestaltende Doppelsechs Alaba-Baumgartlinger kam ins Stocken - wohl auch weil die Moldawier sämtliche Anspielstationen zustellten und in Ermangelung der Optionen der Spielfluss bei Österreich oft zum erliegen kam.
Auch das Kombinationsspiel auf engem Raum scheiterte allzu oft an einer Fußspitze, die ein Gegner gerade noch in den Doppelpass stellen konnte. Die in dieser Situation wichtig gewesenen 1:1 Situationen suchten sowohl Arnautovic als auch Harnik zu selten wodurch über die Flanken kaum Überlade-Situationen entstanden. Durch die Mitte wurde es meist zu eng.
In der ersten Halbzeit kam Österreich zu ein paar guten Möglichkeiten - Junuzovic hatte zum Beispiel einen gefährlichen Kopfball - insgesamt blieben die Gastgeber aber zu wenig zwingend.

Nach der Pause begann Österreich überfallsartig und hatte bereits nach 14 Sekunden eine große Chance, in der Folge bekamen die Gäste aber wieder weitgehend Kontrolle über das Geschehen. Erst als die Österreicher erkannten, dass der Schlussmann Moldawiens bei Weitschüssen unsicher war und diese Variante öfter versuchten kam mehr Gefahr auf. Daraus resultierte auch der Siegestreffer als Junuzovic einen Abpraller verwertete. In der zweiten Halbzeit kam über Arnautovic etwas mehr Gefahr und Österreich hatte in den zweiten 45 Minuten mehr Chancen. Dennoch lief der Spielaufbau und die Offensive viel zu wenig koordiniert und erwzungen.

Positiv war dass die Österreicher nie nervös wurden und konzentriert weiterspielten. Moldawien zeigte jedoch klar auf wo die Schwachstelle des österreichischen Spiels liegen dürfte. Fehlen die Räume kommt die Offensive ins Stocken und es mangelt an jenen gefährlichen Offensivmomenten die das österreichische Team benötigt.
Gegen sehr defensiv agierende Teams die spielerisch nicht extrem weit unter Österreichs Niveau liegen tut sich Österreich offenbar enorm schwer.

Die Spieler in der Einzelkritik:

Almer: Kaum geprüft, war zur Stelle, als in der zweiten Halbzeit ein brandgefährlicher Konter zu entschärfen war

Klein: spielte eher unauffällig. In der ersten Halbzeit ging er oft mit nach vorne, fehlte dann aber in der Rückwärtsbewegung. In Hälfte zwei defensiver ausgerichtet

Prödl: Der Ersatzmann für Hinteregger agierte sehr bieder. Ging selten mit vor, stand hinten solide

Dragovic: Bester Mann in der Abwehr, räumte viel ab und war immer wieder Ruhestifter wenn die Abwehr etwas durcheinandergewürfelt wurde

Fuchs: In der ersten Hälfte sehr stark, eroberte viele Bälle. In Hälfte zwei unüblich viele Fehlpässe. Ging sehr oft mit nach vorne

Alaba: Extrem bemüht, versprühte erst in der zweiten Halbzeit jenen Esprit den man von ihm gewohnt ist. Im Spielaufbau manchmal unglücklich, schaltete später mehr auf Einzelaktionen um und brachte so immer wieder gute Aktionen zustande

Baumgartlinger: Offensiv agierte er heute eher zurückhaltend, ging zwar mit und war anspielbar - seine große Stärke war aber die Defensivarbeit, unterstützte die Abwehr oft und fing zahlreiche Gegenangriffe ab

Harnik: Kam kaum zur Geltung - lief sich oft fest und setzte nur wenige Akzente.

Junuzovic: Wie immer sehr beweglich, viel Laufarbeit insgesamt aber auch weniger effektiv als normalerweise - die Moldawier ließen ihm wenig Raum. Der Goldtreffer kann als Belohnung für die herausragenden Leistungen in den bisherigen Quali-Spielen gesehen werden

Arnautovic: Arbeitete viel in der Defensive, blieb offensiv oft im dichten Abwehrverbund hängen, glänzte in der zweiten Halbzeit mit ein paar Glanzlichtern, Effektivität war jedoch heute nicht sein Attribut

Janko: Hatte einen schweren Stand, bewegte sich gut, war aber meist gut gedeckt.

Vorschau Österreich - Moldawien

Donnerstag, 3. September 2015

Am kommenden Samstag trifft Österreich auf Moldawien. Mit einem Sieg wäre Österreich quasi so gut wie für die EM qualifiziert, wenn Schweden gegen Russland nicht verliert wäre die Qualifikation sogar fixiert.
Nur zur Einordnung der Bedeutung dieses Fakts - Österreich konnte sich noch nie in einer Qualifikation für eine EM Endrunde durchsetzen.

Alaba, Arnautovic, Janko und Co. stehen also vor einem historischen Erfolg, der selbstverständlich auch durch die Tatsache bedingt ist, dass erstmals mehr Teams bei einer EM teilnehmen dürfen. Dennoch die Leistung Österreichs in dieser Qualifikation soll dadurch nicht geschmälert werden, immerhin steht man aktuell als Gruppenerster mit wirklich achtbaren Resultaten (Zwei 1:0 Siege gegen Russland und ein 1:1 gegen Schweden) gut da.

Die zwei ausständigen Heimpartien gegen Moldawien und Liechtenstein müssen gewonnen werden, dann kann kaum mehr etwas schief gehen.

Nun steht das Kräftemessen mit Moldawien bevor. Moldawien wird wohl von kaum jemandem als echte Hürde gesehen, doch ganz so leicht darf man das Duell nicht nehmen. Im Hinspiel hat Österreich mit viel Krampf knapp mit 2:1 gewonnen. Aber das Resultat ist nicht schlechter als das Spiel - Österreich tat sich sehr schwer mit einer defensiv gut gestaffelten Mannschaft und auch mit den bissig vorgetragenen Kontern und im Gegensatz zu den meisten Partien in dieser Qualifikation kam Österreich nur schwer dazu das sonst übliche Offensivspiel aufzuziehen. Wie schon in Moldawien kann man sich auch in Wien auf ein Geduldsspiel einstellen. Moldawien wird vermutlich weniger offensiv agieren als im Heimspiel, die Konter könnten aber gefährlich sein.

Wenn Österreich es schafft sein Spiel durchzuziehen, dann wird Moldawien kein Stolperstein sein. Konsequentes und präzises Spiel in der Offensive und eine stabile Defensive sollte reichen.

Die Partie gegen Moldawien ist für dieses Team erneut ein wichtiger Scheideweg.

Russland - Österreich 0:1

Montag, 15. Juni 2015

Österreich hat mit dem 1:0 Auswärtssieg über Russland in Moskau einen wichtigen Schritt in Richtung EM in Frankreich gemacht.
Österreich hat vor allem in der ersten Halbzeit sehr abgeklärt und aggressiv agiert und die Russen durch das frühe Pressing in Bedrängnis gebracht. Gleichzeitig stand die russisches Defensive zwar gut gestaffelt aber konsequent zu weit weg von den Gegenspielern wodurch Österreich sehr viel Raum bis zum Strafraum vorfinden konnte. Daraus resultierten zahlreiche Chancen. Das Pressing nahm den Russen auch den Raum und die Zeit für den Spielaufbau - wodurch die Linie im russischen Aufbau fehlte und es kaum zu gefährlichen Szenen kam.
Nach dem Gegentreffer wurde dies noch augenscheinlicher und es schien als würden die Hausherren auseinanderfallen.
Capello konnte die Russen in der Pause offenbar etwas ordnen. Die Österreicher riskierten etwas weniger nach vorne, was die Partie leicht kippen ließ und Russland immer besser in die Partie brachte. In dieser Phase hatte Österreich wirklich Glück nicht den Ausgleich zu kassieren , die Russen waren zu wenig kaltblütig bei der Chancenauswertung. Österreich ließ sich aber, vermutlich auch kräftebedingt, etwas zurückfallen. Arnautovic war in den letzten 20 Minuten fast ausschließlich defensiv aktiv und auch Junuzovic, der in der ersten Halbzeit meist als 2. Sturmspitze agierte, wurde zurückgedrängt. Die offensiven Momente blieben damit aus. Positiv ist jedoch die kollektive Defensivarbeit anzumerken. Wenn auch unter Druck einige Schnitzer auftraten.
Am Ende kann Österreich über einen durchaus verdienten Sieg jubeln.

Vorschau Russland - Österreich

Sonntag, 24. Mai 2015

Nach dem nicht ganz unglücklichen 1:0 Heimsieg über Russland, bei dem sich  die Gäste über weite Strecken sowohl besser als auch gefährlicher zeigten als die Gastgeber, geht es nun am 14. Juni in Moskau erneut gegen das Team von Fabio Capello.

In Wien musste Österreich allerdings auch ersatzgeschwächt antreten. Alaba konnte verletzungsbedint nicht dabei sein und Baumgartlinger verletzte sich beim Aufwärmen. Die Schaltzentrale des österreichischen Spieles war damit nicht verfügbar - Leitgeb und Ilsanker konnten diese Aufgaben nicht adäquat erfüllen. Damit kam Österreich nur schwer ins Spiel - und obwohl Russland einige Zeit, wie erwartet recht passiv agierte, konnte Österreich diesen Vorteil nicht nutzen.

Russland steht in der Qualifikation unter Druck - daher ist zu erwarten, dass es im Heimspiel zu eine etwas mutigerem Auftreten des russischen Teams kommen wird.

Für Österreich wäre ein Unentschieden kein Debakel - sondern im Gegenteil ein guter Schritt in Richtung Frankreich. Dennoch auf ein Unentschieden zu spielen entspricht nicht Österreichs Spielanlage - doch im Zentrum kompakt zu stehen und über die Flanken anzugreifen ist ohnehin ein gutes Konzept. Es bleibt abzuwarten wie Russland das Spiel anlegt. Defensiv braucht sich Österreich keine Sorgen machen, Abwehr und zentrales Mittelfeld sind eingespielt und sehr schwer zu überwinden.
Wichtig wird sein mit Arnautovic und Harnik die nötige Dynamik in der Vorwärtsbewegung zu erzeugen. In der einzigen fraglichen Position - im Angriff - würde eine etwas defensivere Spielanlage gegen Janko sprechen. Okotie ist jedoch nicht mehr in der Form vom letzten Herbst.

Das von Österreich praktizierte Pressing wird gegen das erfolgshungrige russische Team ein Schlüssel zum Erfolg sein.

Liechtenstein - Österreich 0:5

Samstag, 28. März 2015

Österreich gewann gestern klar und ungefährdet gegen Liechtenstein mit 5:0. Wie schon im Vorfeld berichtet ist das von einem Team zu erwarten, das den Anspruch stellt zu einem großen Turnier zu fahren. Dennoch beweist gerade dieses Spiel die Veränderung in Österreichs Nationalteam. Auch vermeintliche Pflichtaufgaben werden ernst genommen und somit auch bewältigt. Das Team arbeitete von Beginn weg konzentriert und wurde durch die 2 frühen Treffer belohnt. Nach dem 2:0 war die Partie eigentlich entschieden, dennoch ließ das Team nur kurz nach. Vor allem interessant war das über einige Strecken sehr aggressiv ausgeführte Pressing, das gegen Liechtenstein nicht nötig gewesen wäre aber das genau den Unterschied zu früheren Würgepartien ausmachte. Dieses Team hat bewiesen dass es Charakter hat.

Vorschau Liechtenstein - Österreich

Donnerstag, 26. März 2015

Österreich gegen Liechtenstein. In vergangenen Jahren waren es immer Spiele dieser Art die den Fans der Nationalmannschaft einen kalten Schauer über den Rücken gejagt haben. Diesmal sollte das anders sein, die österreichische Mannschaft hat sowohl mehr Qualität als auch eine andere Einstellung als jene der Vorperioden. Vor allem die Fähigkeit Geduld zu haben und auf den entscheidenden Moment zu warten sollte den Unterschied ausmachen können. Dennoch darf man Liechtenstein nicht unterschätzen. Ein 0:0 daheim gegen Montenegro - hier sei zusätzlich der Faktor Glück erwähnt - hatte Montenegro doch dutzende hochkarätige Chancen - aber vor allem auch der 1:0 Auswärtserfolg gegen Moldawien haben gezeigt dass Liechtenstein durchaus auch Fussball spielen kann.
Dennoch hat die österreichische Mannschaft die Qualität und sogar die Verpflichtung zu gewinnen.
Personell sollte es keine Einschränkungen geben, hier können auch Spieler aus der 2. Reihe zum Zug kommen. Einzig Janko sollte gesetzt sein - seine Präsenz im Strafraum ist gegen "schwächere" Gegner unverzichtbar.

Ansonsten muss sich Österreich auf einen Abwehrriegel des Gegners einstellen, doch durch die 1 gegen 1 Fähigkeiten von zum Beispiel Alaba oder Arnautovic sollte genug Platz entstehen.

Österreich - Russland 1:0

Samstag, 15. November 2014

Nach dem Ausfall von David Alaba war im österreichischen Team beschworen worden im Kollektiv das Fehlen des Schlüsselspielers wettzumachen. Als beim Aufwärmen Julian Baumgartlinger w.o. geben musste standen die Chancen um einiges schlechter als zuvor.
Beide 6er und damit die Schaltzentrale des österreichischen Spielaufbaus mussten ersetzt werden. Koller entschied sich für die Salzburger Achse Leitgeb und Ilsanker.
Gleich von Beginn an zeigte sich, dass der österreichische Spielaufbau nicht in die Gänge kam. Die Russen warteten erwartungsgemäß einmal ab wurden aber der 15. Minute aktiver - nicht zuletzt auch weil klar ersichtlich war, dass Österreichs Spiel überhaupt nicht rund lief.
Zwar wurde versucht über Arnautovic oder Harnik Spielzüge aufzubauen aber es fehlten die Anspielpartner und so versandeten die Angriffe fast ausschließlich in der russischen Abwehr. Russlands Offensivspiel war viel durchdachter und präziser und so kamen die Österreicher in der ersten Halbzeit oft in Bedrängnis. Vor allem Klein auf rechts und Ilsanker im Zentrum machten viele Stellungsfehler und öffneten Räume für russische Vorstöße.
Dass Russland zur Pause nicht in Führung lag schmeichelte dem österreichischen Team.
Nach der Pause kam Österreich aggressiver aufs Feld und zeigte mehr Laufarbeit und Willen die Überlegenheit der Russen mit Kampfkraft auszugleichen. Besonders Zlatko Junuzovic holte alles aus sich heraus und war überall anspielbar. Aber auch Arnautovic zeigte vollen Einsatz  und wurde mehr und mehr zur Schaltzentrale.
Mit der Einwechslung von Okotie für Janko kam mehr Dynamik ins Angriffsspiel.
Österreich hatte eigentlich nur 10 wirklich gute Minuten in dieser Partie, die mit dem 1:0 endeten.
Kurz davor konnte Akinfeev einen Ball hinter der Linie halten - das Tor wird aber nicht gegeben - danach stürmten die Russen vor, der Ball wurde abgefangen und beim Konter von Österreich hatte Österreich die besser positionierten Spieler.
Danach wurde das Ergebnis gehalten und auf Konter gespielt.
Insgesamt war Österreich das schwächere Team gewann aber trotzdem - ein Umstand den österreichische Fans nicht oft erleben dürfen.
Der Sieg gegen Russland ist wichtig für Österreich - gegen Russland wird man jetzt zumindest mit Gleichstand aussteigen - ein wichtiger Meilenstein. Dennoch - die Abhängigkeit von Alaba und Baumgartlinger war klar ersichtlich und auch welche argen Probleme sich dann im gesamten Offensivspiel ergeben.

Die Spieler in der Einzelkritik:
Almer:
War nicht sehr oft geprüft aber sicher wenn es darauf ankam

Klein:
Stand vor allem in der ersten Halbzeit oft schlecht, über seine Seite kamen viele Angriffe durch. Im Offensivspiel bemüht, aber oft unpräzise.

Dragovic:
Fehleranfälliger als sonst, aber insgesamt eine gute Partie von ihm

Hinteregger:
Abgebrüht wie immer, gewann viele wichtige Duelle, vor allem in der Schlussphase

Fuchs:
Sehr bemüht, in der ersten Hälfte noch unauffällig. In der zweiten brachte er auch mehr nach vorne

Leitgeb:
Kaum zu sehen. Im Spielaufbau oft zu ballverliebt was Ballverluste nach sich zog. Nur wenige gute Akzente im Spielaufbau

Ilsanker:
Vor allem in der Anfangsphase sehr nervös und fehleranfällig. Steigerte sich, kam aber weder an Baumgartlinger noch Alaba auch nur annähernd heran.

Arnautovic:
Sehr bemüht, arbeitete viel, brachte die meisten Akzente.

Harnik:
Nicht sein bestes Länderspiel, agierte eher glücklos, legte aber das Goldtor auf.

Junuzovic:
In der ersten Halbzeit lief er noch viele leere Kilometer und fand nicht wie gewohnt ins Spiel. In Hälfte zwei war er der beste Österreicher und leistete ein enormes Laufpensum.

Janko:
Kam wenig zur Geltung.

Okotie:
Brachte viel Schwung und beschäftigte die russische Abwehr. Wie schon gegen Montenegro erzielte er das Goldtor.

Vorschau Österreich - Russland

Dienstag, 11. November 2014

Mit dem Spiel am kommenden Samstag zwischen Österreich und Russland steht dem österreichischen Team eine weitere Nagelprobe bevor. Zwar geht man als Gruppenerster in das Spiel und man hat Heimvorteil - aber sowohl der starke Gegner als auch der Ausfall von Schlüsselspieler David Alaba sind echte Probleme.

Schauen wir uns zuerst den Gegner an:
Russland spielte bei der WM nicht schlecht - aber sehr defensiv ausgerichtet. Russland schießt wenige Tore - bekommt aber auch wenige.
Defensiv sind sie sehr gut gestaffelt und machen schnell die Räume eng.

Im Offensivspiel scheint es am wirkungsvollsten den Spielaufbau über die Flanken zu machen. Zwar sind die Russen im Zentrum kopfballstark aber mit flachen Hereingaben könnte man den wuchtigen Innenverteidigern etwas aufzulösen geben.
Vor allem die rechte russische Abwehrseite bietet sich an, da Kozlov keine gute WM gespielt hat und immer wieder unsicher agiert hat.
Kommt man über das Zentrum formieren sich die Russen wenn der Gegner den 16-Meter Raum erreicht mit 4-5 Mann in Form einer Menschentraube und entblössen die Flanken - spielt man dann hinaus entsteht Chaos in der Defensive - das könnte man nutzen.

Russland kommt selten über die Mitte sondern baut meist über die Flanken - vor allem die linke russische Angriffsseite - auf. Das heißt im Zentrum muss man nicht ganz so massiv aufgestellt sein. Wichtig ist früh attackieren. Der Spielaufbau über den 6er (meist Glushakov) geht nicht sehr schnell und Glushakov spielt unter Druck meist zurück - dann kommt meist ein recht wirkungsloser weiter Ball nach vorne. Hohes Pressing könnte hier Wunder wirken. Aber man hat gesehen man darf den Russen keinen Platz zum kombinieren geben - dann sind sie brandgefährlich. Generell ist ihre Taktik eher auf Konter angelegt. Dagegen muss man gewappnet sein.

Generell passen Russlands Schwachstellen gut zu Österreichs Stärken. Das aggressive Pressing Österreichs sollte verhindern, dass die Russen zu viel Offensivdrang entwickeln und die offensive Ausrichtung Österreichs sollte eine zu große Passivität verhindern. Auf die russischen Konter wird man aber sehr aufpassen müssen. Generell bleibt bei Österreich die Grundstruktur gleich wie in den letzten Partien, viel über die Flanken agieren und früh attackieren.
2 Fragen bleiben offen. Wie kann man den Ausfall von Alaba kompensieren ? Das wird nur schwer möglich sein, da Alaba in der Spieleröffnung unverzichtbar ist - Kavlak dürfte seine Rolle etwas defensiver anlegen als Alaba. Wichtig wird sein, dass Baumgartlinger eine ähnlich starke Leistung zeigt wie gegen Montenegro. Die Spielanlage wird etwas anders sein als mit Alaba, da Alaba sich sehr stark in die Offensive einschaltet, üblicherweise gilt das weder für Baumgartlinger noch für Kavlak.
Die Alternativen zu Kavlak sind Leitgeb, der vermutlich etwas offensiver agieren würde und Ilsanker, für die stark defensiv orientierte Variante. Meiner Meinung nach stellt Kavlak die variantenreichste Option dar.

Im Angriff stellt sich die Frage wer beginnt. Janko, Weimann, Okotie - alle drei stellen gute Varianten dar - vermutlich wäre Okotie die beste Aktie - da er sich derzeit in einer sehr guten Form befindet.

Das Match gegen Russland wird richtungsweisend sein und es bleibt abzuwarten wie die österreichische Mannschaft auf die große Herausforderung reagiert.